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	<title>8. Mai &#8211; /bin &#8211; basisgruppe informatik</title>
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	<description>Infos, News und Updates der basisgruppe informatik</description>
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		<title>Infos rund um den 8. Mai 2011</title>
		<link>https://blog.diebin.at/534/infos-rund-um-den-8-mai-2011</link>
		<pubDate>Sat, 07 May 2011 19:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[johnny]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[8. Mai]]></category>
		<category><![CDATA[antifa]]></category>
		<category><![CDATA[antira]]></category>
		<category><![CDATA[antisexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenken]]></category>
		<category><![CDATA[politix]]></category>

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		<description><![CDATA[Anstatt den Internationalen Frauentag am 8. Mai gebührend zu feiern, wird hierzulande dann doch viel lieber der scheinheilige Muttertag gefeiert. In diesem Jahr fällt dieses Ereignis zudem auf den 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Auch das ist<span class="ellipsis">&#8230;</span><div class="read-more"><a href="https://blog.diebin.at/534/infos-rund-um-den-8-mai-2011">Read more &#8250;</a></div><!-- end of .read-more -->]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="max-width: 186px" class="wp-caption alignleft"><img class="   " title="Smrt fašizmu!" src="http://radicalgraphics.org/albums/Fascism/anti.sized.jpg" alt="" width="176" height="168" /><p class="wp-caption-text">Source: radicalgraphics.org</p></div>
<p>Anstatt den Internationalen Frauentag am 8. Mai gebührend zu feiern, wird hierzulande dann doch viel lieber der scheinheilige Muttertag gefeiert. In diesem Jahr fällt dieses Ereignis zudem auf den 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Auch das ist ein Ereignis, das in at.-Land zumeist eher betrauert denn gefeiert wird. So wird auch morgen dann doch eher das Muttertagsgesülz in den Medien abgefeiert werden und die Befreiung vom Naziterror und damit die eigene Mitverantwortung für diesen Terror weiter aus dem Gedächtnis verdrängt. Besonders zynisch ist der Zusammenfall dieser Daten, zumal der Muttertag &#8211; wenn auch in Ansätzen bereits im 19. Jahrhundert begangen &#8211; doch von den Nazis bedeutend aufgeladen und instrumentalisiert wurde. Anstatt freier Frauen sollen den Volkskörper reproduzierende Mütter gefeiert werden, die abseits ihrer Gebährfähigkeit und dem Management reproduktiver Arbeiten auch nicht viel zu sagen haben sollen. Diese Feiern finden auch heute noch großteils ungebrochen statt, nun eben den expliziten völkischen Dünkel verschleiernd. Anstatt an einem Tag im Jahr die &#8220;Mutter&#8221; zu &#8220;ehren&#8221; wäre es viel angebrachter reale Mütter ernst zu nehmen und reproduktive Arbeit zu vergesellschaften &#8211; weil Frauen nicht (nur) Mütter sind.</p>
<p>Um eine Absage an völkische und sexistische Ideologien zu stärken, rufen auch wir zum Gedenken an die Verbrechen der österreichisch-deutschen Naziherrschaft und deren Opfer sowie der Befreiung durch die Alliierten am 8. Mai 1945 auf. Anbei findet ihr einige Programmpunkte für den morgigen Tag. Nicht nur Gedenkfeiern, sondern auch aktiver Widerstand gegen &#8220;Heldengedenkende&#8221; Nazis ist gefragt, die diesen Tag für sich und ihre reaktionäre menschenverachtende Weltanschauung vereinnahmen wollen:</p>
<ul>
<li>11:00 Befreiungsfest am Heldenplatz (veranstaltet von den Gruenen)</li>
<li>15:00 Heldenplatz: Naziaufmarsch verhindern, Heldenplatz blockieren!</li>
<li>16:00 &#8220;8.Mai Fest der Befreiung&#8221; am Schwarzenbergplatz (<a title="Ankündigung der Bagru Powi" href="http://bagrupowi.at/docs/events/2011/8_mai.html">Ankündigung der Bagru Powi</a>)</li>
<li>17:00 DEMO Schottentor: 8. Mai – Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus: Aufmarsch von FPOe, Burschenschaften und Nazis stoppen! (<a href="http://achtermai.blogsport.eu/">http://achtermai.blogsport.eu</a>)</li>
<li>19:30 Gegenkundgebung: Nie wieder Nazis am Heldenplatz! (veranstaltet von IKG, SJ, Gruene)</li>
</ul>
<p>Um auch noch eine detailliertere Darstellung zum 8. Mai zu bringen, posten wir anbei auch eine Aussendung der Rosa Antifa Wien dazu:</p>
<blockquote><p><strong>Wer am 8. Mai nicht feiert&#8230;</strong></p>
<p>Am 8. Mai 1945 wurde die deutsche Wehrmacht von den Alliierten<br />
zerschlagen und kapitulierte bedingungslos. Dieser Tag ist der Tag der<br />
Befreiung vom Nationalsozialismus. Es war eine Befreiung fuer jene die<br />
die Konzentrationslager nicht ueberlebt haetten, jene die verfolgt<br />
wurden, jene die sich bis zuletzt versteckt halten mussten, jene die<br />
desertierten und jene die bis zum Ende des Naziterrors Widerstand<br />
leisteten. Ein Tag an dem die Befreiung gefeiert wird und gleichzeitig<br />
der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird. Ein Gedenken an die in<br />
Konzentrationslagern ermordeten Juden und Juedinnen, Roma und Sinti,<br />
Homosexuelle und alle anderen systematisch Verfolgten.</p>
<p><strong>Kontinuitaet</strong></p>
<p>Doch nicht alle betrachten den 8. Mai als Tag der Befreiung. Dass die<br />
Taeter_innen diesen nicht als Befreiung empfanden liegt auf der Hand.<br />
Zumindest damals hatten sie allen Grund, sich vor ihrer Verantwortung zu<br />
fuerchten. Doch in den meisten Faellen kam es nicht soweit, die<br />
Entnazifizierung wurde bald beendet, viele Taeter_innen und<br />
Mitlaeufer_innen kamen unbehelligt davon. Alt-Nazis machten Karriere und<br />
bekleideten hohe Positionen in den Universitaeten, Gerichten und in der<br />
Wirtschaft. Nicht wenige besetzten wieder politische Aemter und<br />
behoerdliche Funktionen, denn ALLE Parteien rissen sich um die Stimmen<br />
der ehemaligen Nazis. So fanden sich im Kabinett Kreisky noch drei<br />
ehemalige NSDAP-Mitglieder und die Vorgaenger_innen-Partei der FPOe, der<br />
Verband der Unabhaengigen (VdU), war ohnehin Sammelbecken derer, denen<br />
Joerg Haider Jahrzehnte spaeter einmal eine &#8220;ordentliche Gesinnung&#8221;<br />
attestieren sollte.</p>
<p><strong>Volk und Nation</strong></p>
<p>Die Alliierten mussten nach der Befreiung feststellen, dass von Reue<br />
keine Spur war. Die unfassbaren Opferzahlen selbst interessierten hier<br />
keine_n. Um einer offenen Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld an<br />
der direkten und aktiven Beteiligung an der Shoa zu entgehen, wurde ein<br />
&#8220;Entschuldungsmythos&#8221; geschaffen, welcher Oesterreich einfach zum<br />
&#8220;ersten Opfer des Nationalsozialismus&#8221; erklaert. Zwecks &#8220;Wiederaufbau&#8221;<br />
wurde rasch die deutsche durch die oesterreichische &#8220;Volksgemeinschaft&#8221;<br />
ersetzt, beim vielen Zupacken wollte sich ohnehin keine_r mehr mit der<br />
gerade verflossenen Nazizeit beschaeftigen. Die Befreier_innen wurden<br />
schnell zu Besatzer_innen umgedichtet, so schrieb die Presse 1954<br />
anlaesslich der Befreiung Wiens: &#8221; (&#8230;) das wahre Oesterreich aber wird<br />
Fahnen an dem Tag entfalten, an dem die fremden Truppen unser Land<br />
verlassen. Denn das erst wird der Tag der Befreiung sein!&#8221;<br />
Freiheit bezieht sich hierzulande also meist nicht auf die Befreiung vom<br />
Nationalsozialismus, sondern auf den Abzug der Alliierten &#8211; und diese<br />
Denkweise spiegelt sich sogar im Kalender wieder. Immerhin feiern am 26.<br />
Oktober zigtausende jaehrlich am Heldenplatz &#8211; den Tag nachdem &#8220;der<br />
letzte alliierte Soldat oesterreichischen Boden verlassen hatte.&#8221;- mit<br />
Panzern &amp; Gulaschkanonen &amp; Fahnenmeer und all der verschissenen,<br />
oesterreichischen Identitaet &#8211; Ausblendung der Involvierung der<br />
oesterreichischen Bevoelkerung in das NS-System inklusive. Der 8. Mai<br />
hingegen, der die eigentliche Befreiung vom Nazi-Terror brachte, scheint<br />
es bislang keiner Regierung Wert gewesen zu sein, ihn auch<br />
symboltraechtig zum Feiertag zu machen.</p>
<p><strong>Die &#8220;totale Niederlage&#8221;</strong></p>
<p>Natuerlich haben also Alt- und Neonazis und jene, die auch noch gerne<br />
mit der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus<br />
liebaeugeln, voelkisch-nationalen Konstrukten anhaengen oder schlicht<br />
von der &#8220;guten alten Zeit&#8221; traeumen, am 8. Mai nichts zu feiern. Sie<br />
betrauern stattdessen ihre &#8220;Kriegshelden&#8221;, schwafeln &#8211; im Einklang mit<br />
dem nationalen Konsens &#8211; von den &#8220;boesen Alliierten&#8221;, glorifizieren ein<br />
Bild von &#8220;Truemmerfrauen&#8221;, reden vom &#8220;deutschem Volk&#8221; und lassen ihrem<br />
Antisemitismus freien Lauf.<br />
Traditionellerweise marschieren Burschenschafter und andere<br />
deutschnationale Verbaende am 8. Mai gemeinsam auf um der Niederlage des<br />
&#8220;Vaterlandes und seiner Verstorbenen&#8221;, die fuer &#8220;voelkische Ideale&#8221; ihr<br />
&#8220;Leben gaben&#8221;, zu gedenken und eine Kranzniederlage zu begehen. Mit<br />
dabei sind immer wieder nicht nur FPOe Funktionaer_innen sondern<br />
natuerlich auch bekannte (Neo-)Nazi-Kader, wie z.B. beim &#8220;Totengedenken&#8221;<br />
2004 wo unter anderem Gottfried Kuessel andaechtig der Rede von<br />
FPOe-Chef Strache lauschte. Die Verschraenktheit der hiesigen (Neo)Nazi<br />
Szene mit rechtsextremen Burschenschaftern und der FPOe wird aber nicht<br />
nur am 8. Mai deutlich, auch beim alljaehrlichen Auflauf am Grab von<br />
Naziflieger Walter Nowotny treffen sich &#8220;Kameraden&#8221; unterschiedlichster<br />
Couleur.<br />
Aber das ist nicht im Geringsten verwunderlich &#8211; denn deutschnationale<br />
Burschenschaften waren und sind ein Rekrutierungspool und Auffangbecken<br />
fuer (Neo-)Nazis und stellen somit die Scharnierfunktion zwischen der<br />
parlamentarischen Rechten und dem Neonazismus dar.</p>
<p><strong>Aufopferung fuers (deutsche) Vaterland</strong></p>
<p>Am 8. Mai trauern die Burschenschafter und (Neo)Nazis jenen Maennern,<br />
die sich fuer Nazi-Deutschland aufgeopfert haben. Diese stehen fuer ein<br />
deutschnationales Maennlichkeitsbild, bei dem Aufopferung fuers<br />
(deutsche) Vaterland an erster Stelle steht und das sich auch in den<br />
voelkisch-deutschnationalen Burschenschaften widerfindet. Durch<br />
burschenschaftliche Befehlsstruktur und deren Praxen von Unterwerfung<br />
wird ein spezifisch autoritaerer Maennlichkeitstyp ausgebildet.<br />
Burschenschaften vertreten ein strikt heteronormatives<br />
Geschlechtermodell, welches Frauen* auf ihre traditionellen Bereiche<br />
verweist und Identitaeten ausserhalb dieses Schemas verneint. Die Mensur<br />
als Militarisierungsritus, von dem Frauen* und Juden explizit<br />
ausgeschlossen sind, leitet sich aus diesem deutschnationalen<br />
Maennlichkeitsbild ab. Durch sie entstehen Seilschaften, die Maennern*<br />
zu gesellschaftlich relevanten Positionen verhelfen, waehrend Frauen*<br />
von diesen strukturell ausgeschlossen werden.<br />
Wie die Burschenschafter sind auch diese Rollenbilder in der FPOe stark<br />
verankert: Sie steht (gemeinsam mit der OeVP) fuer eine frauenfeindliche<br />
und antifeministische Politik und wirbt permanent fuer<br />
&#8220;Heim-Herd-Mutterkreuz-Politik&#8221;, hetzt gegen &#8220;Gender-Wahn&#8221;, und ist<br />
immer ganz vorne mit dabei, wenn es um patriarchale &#8220;Maennerrechte&#8221;<br />
geht.</p>
<p><strong>Zu kurz gegriffen&#8230;</strong></p>
<p>&#8230;waere es am 8. Mai nur gegen FPOe und (Neo-)Nazis auf die Strasse zu<br />
gehen und dabei auszublenden wie stark Antisemitismus in der<br />
Mainstream-Gesellschaft verankert ist. Getragen eben von jenem<br />
Nationalismus, der sich speziell auf den &#8220;Oesterreich ist Opfer&#8221; Mythos<br />
stuetzt. Der alltaegliche Antisemitismus, rassistische Hetze,<br />
(hetero)sexistische Stereotypen, Nationalismus und Patriotismus gehoeren<br />
in Oesterreich zum durchschnittlichen Alltag, sei es am Stammtisch, in<br />
den Medien oder im Parlament. Kritische, linke, emanzipatorische Inhalte<br />
&amp; Lebensweisen haben es hierzulande nicht einfach, und wer sich<br />
organisiert und/oder gegen die HERRschenden Zustaende rebelliert, wird<br />
zunehmend kriminalisiert: Seien es politische Aktivist_innen, denen die<br />
Bildung von kriminellen Organisationen angedichtet wird oder, weitaus<br />
prekaerer, Bettler_innen und Migrant_innen. Schluss damit! Die<br />
herrschenden Zustaende bekaempfen!</p>
<p>Zerschlagt alle Maennerbuende!</p>
<p>Kein Vergeben<br />
Kein Vergessen!</p>
<p>Smash Fascism!</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
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